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Ein Ramio-Tisch bei Nacht in der Wüste: Reihen, Drillinge, ein Joker und der Stapel.

Räuber-Rommé ist das Rommé, bei dem der Tisch allen gehört: Wer einmal ausgelegt hat, darf die Auslagen aller Spieler auseinandernehmen und neu zusammensetzen, bis die eigenen Karten passen. Dieser Leitfaden klärt die Punkte, über die am Tisch am häufigsten gestritten wird: Kartenzahl, Ablagestapel, erste Auslage, Joker und Wertung.

Eine einzige verbindliche Regel gibt es nicht. Spielanleitungen, Online-Portale und Familienrunden weichen in mehreren Punkten voneinander ab. Deshalb stehen hier immer zwei Angaben nebeneinander: die übliche Regel, wie sie in verbreiteten Anleitungen steht, und so spielt Ramio, das kostenlose Räuber-Rommé für Android und iPhone. Wo Ramio abweicht, steht es ausdrücklich da. Mit zwei Rommé-Blättern lässt sich beides auch am Küchentisch spielen.

Stand: 14. Oktober 2026.

  1. Was ist Räuber-Rommé?
  2. Die Regeln in Kürze
  3. Wie viele Karten bekommt man?
  4. Welche Kombinationen gelten?
  5. Mit oder ohne Ablagestapel?
  6. Wie funktioniert die erste Auslage?
  7. Was darf man beim Rauben?
  8. Wie funktioniert der Joker?
  9. Räuber-Rommé zu zweit
  10. Rundenende und Punkte
  11. Online und als App
  12. Häufige Fragen

Was ist Räuber-Rommé?

Beim klassischen Rommé gehört jede Auslage dem Spieler, der sie gelegt hat; die anderen dürfen höchstens passende Karten anlegen. Beim Räuber-Rommé fällt diese Grenze weg: Alles, was auf dem Tisch liegt, ist Baumaterial für alle. Man „raubt“ eine Karte aus einer fremden Reihe, teilt eine lange Folge, löst einen Vierling auf. Erlaubt ist, was am Ende des Zuges wieder lauter gültige Kombinationen ergibt.

Den Namen findet man in mehreren Schreibweisen: mit Bindestrich, zusammengeschrieben als Räuberrommé oder, ohne Sonderzeichen getippt, als Rauber Romme. Auch Manipulationsrommé meint dasselbe Spiel. Wer Rummikub kennt, kennt das Prinzip bereits: Es ist dieselbe Idee, gespielt mit einem gewöhnlichen Rommé-Blatt statt mit Zahlensteinen.

Die Regeln in Kürze: üblich und bei Ramio

PunktÜbliche RegelSo spielt Ramio
Blatt2 × 52 Karten und Joker, häufig 110 Karten mit 6 Jokern2 × 52 Karten und 2 Joker (106 Karten) oder ohne Joker (104 Karten)
Karten pro Spieler1313
Ablagestapelmit oder ohne, je nach Anleitung und Abspracheohne: Es wird nie abgeworfen
Ziehenje nach RundePflicht in jedem Zug
Erste AuslageMindestwert, je nach Regelwerk 30 oder 40 Punkteeine reine Dreierreihe ohne Joker, kein Mindestwert
Joker auf dem Tischdarf beim Rauben umgesetzt werden; Jokertausch auf die Hand nach Absprachedarf umgesetzt werden, bleibt aber immer auf dem Tisch
Joker auf der Handhäufig 20 Minuspunkte50 Minuspunkte
Partienach Absprachebis 100 Punkte oder eine einzelne Runde

Wie viele Karten bekommt man bei Räuber-Rommé?

13 Karten pro Spieler, zu zweit genauso wie zu dritt oder zu viert. So steht es in den verbreiteten Anleitungen, und so teilt auch Ramio aus. Die übrigen Karten bilden den verdeckten Stapel. Unterschiede gibt es beim Blatt:

SpielerKarten pro SpielerStapel bei Ramio, mit 2 JokernStapel bei Ramio, ohne Joker
2138078
3136765
4135452

Bei Ramio wird nach dem Austeilen keine Karte aufgedeckt. Wer die erste Runde beginnt, wird ausgelost; danach wechselt der Startspieler von Runde zu Runde. In einem privaten Raum wählst du, ob mit oder ohne Joker gespielt wird, und kannst unter „Anpassen“ auch eine andere Kartenzahl einstellen, von 7 bis 15 Karten pro Spieler, falls deine Runde es so gewohnt ist. Öffentliche Partien laufen immer mit Jokern.

Welche Kombinationen sind gültig?

In diesem Punkt sind sich die Regeln einig. Es gibt zwei Arten von Kombinationen, jede mit mindestens drei Karten:

So spielt Ramio: Im Satz müssen alle Farben verschieden sein. Zweimal die Pik 9 im selben Drilling gilt nicht, obwohl jede Karte im doppelten Blatt zweimal vorkommt. Das Ass steht vor der 2 (A-2-3) oder nach dem König (D-K-A), aber eine Reihe läuft nie um die Ecke: K-A-2 gilt nicht.

Mit oder ohne Ablagestapel?

Hier gehen die Regeln am weitesten auseinander.

Übliche Regel: Beides ist verbreitet. Die Spielanleitungen von Kartenherstellern überlassen die Entscheidung ausdrücklich der Runde: Man einigt sich vor dem Spiel, ob mit oder ohne Ablagestapel gespielt wird. Andere Regelwerke schreiben das Abwerfen am Ende jedes Zuges vor, wie beim klassischen Rommé.

So spielt Ramio: ohne Ablagestapel. Ein Zug hat zwei Schritte:

  1. Ziehen: Du nimmst eine Karte vom verdeckten Stapel. Das ist Pflicht in jedem Zug, auch wenn du gleich danach auslegen willst. Die gezogene Karte sieht nur, wer sie zieht.
  2. Auslegen, anlegen, umbauen: wenn du willst und kannst. Du darfst auch nur ziehen und den Zug beenden.

Abgeworfen wird nie. Deine Hand wird nur kleiner, wenn du Karten auf den Tisch bringst; jeder Zug, in dem du nichts auslegst, macht sie um eine Karte größer.

Hast du anderswo gelesen, dass jeder Zug mit dem Abwerfen endet? Dann war dort die Variante mit Ablagestapel beschrieben. Beide Spielweisen sind Räuber-Rommé; wichtig ist nur, dass die Runde sich vorher einigt. Dasselbe gilt für das Ziehen: In verwandten Varianten zieht nur, wer nichts auslegen kann. Bei Ramio wird immer gezogen.

Wie funktioniert die erste Auslage?

Übliche Regel: Für die erste Auslage, oft Erstauslage genannt, verlangen die meisten Regelwerke einen Mindestwert. Genannt werden 30 oder 40 Punkte; selbst innerhalb eines Regelwerks findet man beide Zahlen. Das gehört also zu den Dingen, die man vor dem Spiel festlegt.

So spielt Ramio: kein Mindestwert, dafür eine reine Dreierreihe. Deine erste Auslage muss drei aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe enthalten, ohne Joker und alle aus deiner Hand. Das gilt auch in Partien ohne Joker.

Zählt ♣︎ 4♣︎ 5♣︎ 6

Zählt nicht ♣︎ 4Joker♣︎ 6 ♠︎ 9♦︎ 9♣︎ 9

Eine Reihe mit Joker oder ein Drilling allein öffnet das Spiel nicht, egal wie viele Punkte die Karten wert sind.

Liegt die reine Dreierreihe, ist im selben Zug schon alles erlaubt: Du darfst sie verlängern, auch mit einem Joker, weitere Kombinationen auslegen und bereits den Tisch umbauen. Die drei Karten müssen nur in derselben Kombination liegen; die darf auch länger sein, etwa wenn du deine drei Karten an eine ausliegende Reihe anlegst. Solange du nicht eröffnet hast, kannst du nur ziehen: kein Anlegen, kein Rauben.

Was darf man beim Rauben – und was nicht?

Wer eröffnet hat, darf in seinem Zug den ganzen Tisch umbauen, die Auslagen der Gegner eingeschlossen: Karten an bestehende Kombinationen anlegen, Reihen teilen, einzelne Karten herausnehmen und woanders einbauen, Kombinationen zusammenlegen. Wie viele Schritte du dafür brauchst, spielt keine Rolle. Es zählt nur der Tisch am Ende des Zuges.

So spielt Ramio: Die App prüft drei Bedingungen, bevor sie einen Zug annimmt.

Drei typische Fälle. Dick umrandet sind die Karten, die aus der Hand kommen.

Beispiel 1: eine Reihe teilen

Tisch ♥︎ 3♥︎ 4♥︎ 5♥︎ 6♥︎ 7

Hand ♥︎ 5

Danach ♥︎ 3♥︎ 4♥︎ 5 ♥︎ 5♥︎ 6♥︎ 7

Die zweite Herz 5 aus deiner Hand passt in keine Reihe, in der schon eine liegt. Teilst du die Fünferreihe, entstehen zwei gültige Dreierreihen.

Beispiel 2: eine Karte aus einem Vierling leihen

Tisch ♠︎ 9♥︎ 9♦︎ 9♣︎ 9

Hand ♦︎ 10♦︎ B

Danach ♠︎ 9♥︎ 9♣︎ 9 ♦︎ 9♦︎ 10♦︎ B

Der Vierling kann eine Karte abgeben, denn drei Neunen bleiben ein gültiger Drilling. Aus einem Drilling ginge das nicht: Zwei Karten sind keine Kombination.

Beispiel 3: das Ende einer Reihe rauben

Tisch ♠︎ A♠︎ 2♠︎ 3♠︎ 4

Hand ♦︎ 4♣︎ 4

Danach ♠︎ A♠︎ 2♠︎ 3 ♠︎ 4♦︎ 4♣︎ 4

Dir fehlt die dritte 4. Die Pik 4 am Ende der gegnerischen Reihe ist frei, weil A-2-3 auch ohne sie gültig bleibt.

Nicht erlaubt ist bei Ramio also: rauben, bevor man eröffnet hat; eine Karte vom Tisch auf die Hand nehmen; eine Kombination mit weniger als drei Karten zurücklassen; den Tisch umbauen, ohne selbst eine Karte dazuzulegen.

Wie funktioniert der Joker beim Räuber-Rommé?

Übliche Regel: Der Joker vertritt jede beliebige Karte, und beim Rauben darf er wie jede andere Karte umgesetzt werden. Bleibt er am Rundenende auf der Hand, kostet er häufig 20 Minuspunkte. Aus dem klassischen Rommé kennen viele Runden außerdem den Jokertausch: Wer die vertretene Karte hat, legt sie hin und nimmt den Joker auf die Hand. Ob das auch beim Räuber-Rommé gilt, ist Absprache.

So spielt Ramio:

Fall 1: Du hast die Karte, die der Joker vertritt

Tisch ♥︎ 5Joker♥︎ 7

Hand ♥︎ 6

Danach ♥︎ 5♥︎ 6♥︎ 7Joker

Deine Herz 6 nimmt den Platz des Jokers ein. Der Joker wird dadurch frei, aber nicht für deine Hand: Er muss im selben Zug wieder in einer gültigen Kombination liegen. Hier rückt er ans Ende der Reihe und steht nun für die Herz 8; er dürfte ebenso gut in eine andere Kombination wandern.

Fall 2: den Joker umsetzen und die Lücke schließen

Tisch ♦︎ B♠︎ BJoker ♥︎ 8♥︎ 9♥︎ 10

Hand ♣︎ B

Danach ♦︎ B♠︎ B♣︎ B ♥︎ 8♥︎ 9♥︎ 10Joker

Der Joker verlässt den Buben-Drilling und verlängert die Herz-Reihe. Dein Kreuz-Bube schließt die Lücke im Drilling. Am Ende sind beide Kombinationen gültig, und der Joker liegt weiter auf dem Tisch.

Fall 2 in der App: Der Joker verlässt einen Buben-Drilling, um eine Herz-Reihe zu verlängern; dann schließt der Kreuz-Bube aus der Hand die Lücke im Drilling, und der Zug wird bestätigt.

Fall 3: Joker und erste Auslage

Hand ♣︎ 4♣︎ 5♣︎ 6Joker

Erlaubt ♣︎ 4♣︎ 5♣︎ 6Joker

Die drei echten Kreuz-Karten bilden die reine Dreierreihe, die Ramio für die erste Auslage verlangt. Der Joker darf im selben Zug als Kreuz 7 dahinter. Ersetzt er dagegen eine der drei Karten, etwa die Kreuz 5, ist das zwar eine gültige Reihe, aber keine Eröffnung.

Weil der Joker bei Ramio 50 Minuspunkte kostet, also mehr als jede andere Karte, lohnt es sich selten, ihn lange auf der Hand zu behalten.

Räuber-Rommé zu zweit: Geht das?

Ja, und es braucht dafür keine Sonderregeln. Die verbreiteten Anleitungen kennen keine eigene Zweierregel: Jeder bekommt 13 Karten, der Rest bildet den Stapel.

So spielt Ramio: Zu zweit gelten dieselben Regeln wie zu dritt oder zu viert. Nur der Stapel ist größer: 80 Karten mit Jokern, 78 ohne. Das reicht für 40 Züge pro Spieler, während es zu viert 13 oder 14 sind.

Am Spielgefühl ändert sich trotzdem etwas. Zwischen zwei eigenen Zügen baut nur ein einziger Gegner den Tisch um, du kannst also weiter vorausplanen. Und weil nie abgeworfen wird, wächst die Hand mit jedem Zug ohne Auslage: Wer zu lange auf die perfekte Kombination wartet, sitzt am Ende auf vielen Minuspunkten.

Wann endet die Runde, und wie zählt man die Punkte?

Die Runde endet, sobald ein Spieler seine letzte Karte ausgelegt hat. Alle anderen zählen die Karten, die sie noch auf der Hand haben, als Minuspunkte. Bei Ramio gelten diese Werte:

KarteMinuspunkte bei Ramio
2 bis 10Wert der Karte
Bube, Dame, König10
Ass11
Joker50

Übliche Regel: Den Joker rechnen andere Regelwerke häufig mit 20 Minuspunkten ab. Wie lange eine Partie dauert, ist Absprache.

So spielt Ramio:

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Räuber-Rommé online und als App

Ramio ist kostenlos für Android und iPhone und wendet die Regeln dieser Seite automatisch an: Ein ungültiger Zug wird gar nicht erst angenommen. In der App findest du private Räume mit sechsstelligem Code für zwei bis vier Spieler, öffentliche Partien, Solo-Partien gegen den Computer in vier Stufen (auch offline), 1.000 Umbau-Rätsel, ein Tagesrätsel für alle und Schnellduelle am selben Rätsel.

Android — bei Google Play laden iPhone — im App Store laden

Eine laufende Partie gegen den Computer, Thema Schmiede & Obsidian Eine Online-Partie gegen Lena: ihr Avatar, ihre Karten und der Zähler oben, deine Hand unten Ein privater Raum mit Freunden, mit seinem teilbaren Code Themen: Tischfilze, Kartenrücken und Avatare zur Auswahl

Häufige Fragen

Wie viele Karten bekommt man bei Räuber-Rommé?

13 Karten pro Spieler, zu zweit genauso wie zu dritt oder zu viert. So steht es in den verbreiteten Anleitungen, und so teilt auch Ramio aus. Unterschiedlich ist das Blatt: häufig 110 Karten mit sechs Jokern, bei Ramio 106 Karten mit zwei Jokern oder 104 Karten ohne Joker.

Spielt man Räuber-Rommé mit oder ohne Ablagestapel?

Beides ist verbreitet. Die Anleitungen von Kartenherstellern überlassen die Entscheidung der Runde, andere Regelwerke schreiben das Abwerfen vor. Ramio spielt ohne Ablagestapel: In jedem Zug wird eine Karte gezogen, abgeworfen wird nie.

Wie viele Punkte braucht man für die erste Auslage?

Je nach Regelwerk 30 oder 40 Punkte; das sollte die Runde vor dem Spiel festlegen. Ramio verlangt keinen Mindestwert, sondern eine reine Dreierreihe: drei aufeinanderfolgende Karten derselben Farbe aus der eigenen Hand, ohne Joker.

Darf man den Joker austauschen und auf die Hand nehmen?

Das ist Absprache: Viele Runden übernehmen den Jokertausch aus dem klassischen Rommé. Bei Ramio darf ein ausliegender Joker beliebig oft umgesetzt werden, er bleibt aber immer auf dem Tisch, auch wenn man die Karte bringt, die er vertritt.

Kann man Räuber-Rommé zu zweit spielen?

Ja, ohne Sonderregeln. Jeder bekommt 13 Karten, der Rest bildet den verdeckten Stapel. Bei Ramio liegen zu zweit 80 Karten im Stapel (78 ohne Joker), sonst gelten dieselben Regeln wie zu dritt oder zu viert.

Gibt es die Spielregeln als PDF?

Eine eigene PDF-Datei gibt es hier nicht. Diese Seite ist aber für den Druck eingerichtet: Über die Druckfunktion des Browsers lässt sie sich ausdrucken oder als PDF speichern.

Wie viele Minuspunkte zählt ein Joker auf der Hand?

Häufig 20 Minuspunkte. Bei Ramio sind es 50, mehr als jede andere Karte: Ein Joker sollte deshalb nicht bis zum Rundenende auf der Hand bleiben.

Dasselbe Spiel in anderen Ländern

Räuber-Rommé heißt anderswo anders: In Frankreich spielt man es als Rami voleur, in Italien als Machiavelli, in Brasilien und Portugal als Mexe-Mexe, in Ungarn als rablórömi, in Spanien als Maquiavelo und im Englischen als manipulation rummy. Überall gilt dieselbe Grundidee: Der Tisch gehört allen, und wer am Zug ist, darf die ausliegenden Karten umbauen. Die verlinkten Seiten erklären die Regeln jeweils in der Landessprache.

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